20. Mai 2014

[Rezension] "Pampa Blues" von Rolf Lappert


Titel: Pampa Blues
Originaltitel: -
Autor: Rolf Lappert

Reihe: -
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 272
Verlag: dtv - Reihe Hanser

Genre: Jugendroman
Preis: 8,95 €



Ben ist 16 und sitzt in dem verschlafenen Kaff Wingroden fest, weil seine Mutter mal wieder mit ihrer Band durch die Lande tingelt und er auf seinen greisen Großvater und die Gärtnerei achtgeben muss. Ein bisschen Schwung in sein Leben bringt Lena, die mit ihrem alten Peugeot ebenfalls hier gestrandet ist. Aber auch Mazlow, der Visionär des Dorfes, sorgt mit seinen ausgefallenen Ideen für ausreichend Aufregung. Denn bald kreuzen nicht nur UFOs den Himmel über Wingroden, sondern auch junge Hochzeitspaare pilgern in Scharen herbei.
Quelle: dtv.de

In "Pampa Blues" geht es um den 16 jährigen Ben, der unfreiwilligerweise in einem winzigen Dorf irgendwo im Nirgendwo feststeckt und auf seinen Großvater Karl aufpassen muss. Ben hält nicht viel in Wingroden und seiner Meinung nach ist dieses Dorf sowieso schon tot. Nur Maslow, will nicht an das Ende seines Heimatortes glauben und so versucht er mit allen erdenklichen Mitteln Wingroden vor dem Untergang zu bewaren. Als ihm dann die Idee mit den UFOs kommt, ist in Wingroden bald nichts mehr so wie es war...


Der Titel "Pampa Blues" passt hier wie die Faust aufs Auge. Vor allem am Anfang, der ein wenig träge und irgendwie auch traurig daher kommt.
Die ersten 50 Seiten beschreiben Ben's Alltag in Wingroden, der Protagonist und seine Gewohnheiten werden uns vorgestellt. Zwar war das interessant und auch schön beschrieben, dennoch hatte ich nie den Anreiz besonders viel auf einmal zu lesen und legte das Buch oft auch wieder weg.
Nach den ersten 80 Seiten fängt es dann langsam an interessant zu werden. Das Buch hatte mich gepackt und es viel mir oft schwer es wieder aus der Hand zu legen.

Ben ist auf den ersten Blick ein sehr einfach gestrickter, typischer männlicher Teenager, ohne Tiefgang. Später stellt sich heraus, dass Ben zwar einfach gestickt ist, aber durchaus Tiefgang hat und in mancherlei Hinsicht ein eher untypischer Teenager ist. Neben seinem Interesse für Autos und Mechanik, faszinieren ihn außerdem das ferne Afrika und Literatur. Diese Idee fand ich zwar schön und auch originell, allerdings kaufte ich Ben dieses Interesse nicht immer ab. Auf mich wirkte er sehr oft desinteressiert und, obwohl er sich wirklich vorbildlich um seinen Großvater kümmert, irgendwie egoistisch . Sympathisch fand ich Ben nur selten, aber als Charakter war er interessant und einmalig.

Die Geschichte ist wirklich originell, ebenso wie die Charaktere die sie erzählen, mit Ausnahme vielleicht von Lena, von der man sehr wenig erfährt und die irgendwie dem Bild einer typischen Traumfrau entspricht. Aber es war auch nicht das romantische Geplänkel was mich bei diesem Roman begeistert hat, sondern der Rest der Geschichte, der einen viel größeren Teil ausmacht.
Die Menschen die in Wingroden leben, bilden eine Schicksalsgemeinschaft, da jeder der Einwohner aus den verschiedensten Gründen dorthin gefunden hat. Der eine war mal Profi-Golfer in Florida, die andere war mal Krankenschwester in Hamburg und dann ist da noch eben Ben, der auf seinen Großvater aufpassen und eine Gärtnerausbildung absolvieren muss, da seine Mutter ständig mit ihrer Jazz-Band in Europa unterwegs ist.
Es hat Spaß gemacht mit anzusehen, wie das Leben der Einwohner sich plötzlich verändert und auf den Kopf gestellt wird.

Schade fand ich, dass das Ende irgendwie zu plötzlich kam. Manche Handlungsstränge wurden nicht vollkommen aufgelöst und auch die Geschichte mit Lena fand ich irgendwie zu aufgezwungen.



"Zu sagen, alles sei in Ordnung, erspart einem viel unnötiges Gerede. Ich rede nämlich nicht so gerne. Ich finde, es wird viel zu viel gequatscht auf der Welt."
Pampa Blues,
Seite 37


"Pampa Blues" von Rolf Lappert ist eine schöne Geschichte über Heimat und das Sich-Zuhause-Fühlen. Die Geschichte war originell, einfallsreich und spannend. Die Charaktere waren mir sehr sympathisch, außer Ben, der mir oft zu desinteressiert vorkam, und Lena, die ich als zu zweidimensional empfand. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden wirkte auf mich eher aufgezwungen und weckte auch nicht wirklich mein Interesse, dafür der Rest der Geschichte umso mehr. Alles in allem ein schöner Jugendroman, der begeistert und den man nicht so leicht aus der Hand legen kann.
Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.







Kommentare:

  1. Wirklich sehr schöne Rezi! Das Zitat finde ich gut gewählt, und ich mag es :)!
    Das Buch ist mir bereits auch schon aufgefallen, vor allem durch das Thema.

    LG Piglet ♥

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  2. Hey Liebes :)
    Ich habe dich getaggt, wenn du Lust & Zeit hast, dann mach doch mit :) Ich würde mich sehr darüber freuen!

    Liebe Grüße

    http://carlysbuchsucht.blogspot.de/2014/05/blog-buchblog-tag.html

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