19. April 2014

[Rezension] "Tape" von Steven Camden


Titel: Tape
Originaltitel: -
Autor: Steven Camden

Reihe: -
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 368
Verlag: Harper Collins

Genre: Jugendroman
Preis: 11,30€



"In 2013, Ameliah moves in with her grandmother after her parents die. There, she finds a tape in the spare room. A tape with a boy's voice on it - a voice she can't quite hear, but which seems to be speaking to her.

In 1993, Ryan records a diary on an old tape. He talks about his mother's death and about his love for a new girl he just saw who doesn't even know he exists. 

Ryan and Ameliah are connected by more than just a tape. 

This is their story."

Quelle: Harper Collins

In Tape geht es um die beiden Teenager Ryan und Ameliah, die in unterschiedlichen Zeiten leben. Ryan lebt im Jahr 1993, Ameliah hingegen im Jahr 2013. Beide machen gerade eine schwierige Zeit durch. Ryan's Vater hat nach dem Tod seiner Mutter wieder geheiratet und Sophia, Ryan's neue Stiefmutter zieht nicht alleine zu Ryan und seinem Dad. Sie bringt außerdem noch ihren Sohn Nathan mit, der sich als kleiner Rüpel entpuppt. Ameliah hingegen hat ihre Eltern verloren und wohnt jetzt bei ihrer Großmutter. Beim stöbern in der Abstellkammer findet sie einen alten Radiorekorder und Schuhkartons voller Kassetten. Als sie sich die Kassetten anhört, stößt sie auch auf eine, auf der die leise Stimme eines Jungen zu hören ist. Schließlich taucht auch noch ein mysteriöser Mann namens Joe bei ihrer Großmutter auf, der behauptet ein Freund ihres Vaters gewesen zu sein. Nur hat der nie auch nur einen Joe erwähnt...



Der Klappentext von "Tape" ist ein wenig irreführend. Mir wird sowohl eine "Love Story" als auch eine "Time-Travel Story" versprochen. Wenn man es (nach dem Lesen) aus einem anderen Blickwinkel betrachtet und ein Auge zudrückt, trifft das zwar schon zu, nur erwartet man aufgrund des Klappentextes eine völlig andere Geschichte.

Die Geschichte wird aus zwei Perspektiven erzählt, einmal aus Ameliah's Sicht (Gegenwart) und einmal aus Ryan's (Vergangenheit). Die Abschnitte werden durch ein Pause-Zeichen getrennt, welches ich als sehr passend empfand. Auch kann man die Abschnitte aufgrund der verschiedenen Schriftarten einfach unterscheiden.
Wörtliche Rede wird nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet, sondern durch einen Bindestrich am Satzanfang. Am Anfang ist das ein wenig verwirrend, aber nach einer Weile fällt es kaum mehr auf.

Die Idee der Geschichte ist sehr interessant und hat mir sehr gut gefallen. Auch wenn mir keine "Time-Travel Story" geboten wurde, fühlte ich mich oft in der Zeit zurück versetzt. Es wurden oft bekannte Filme oder Musiker aus den 80ern und 90ern erwähnt, so dass auch bei einem 95er Kind, wie mir, Nostalgie aufkam. Die Geschichte an sich ist sehr süß, was nicht zuletzt an den sympatischen Underdogs Ryan und Ameliah liegt. Obwohl man nicht wirklich viel über sie erfährt, habe ich sie nach einiger Zeit wirklich lieb gewonnen und mit ihnen gebangt.

Die Handlung kommt ein wenig langsam voran, es wollte nie so richtig spannend werden. Und wenn es dann doch mal spannend wurde, endete der Abschnitt abrupt. Als es dann später weiterging, fehlte oft ein Stück der Geschichte, was mich sehr ärgerte, da ich doch nun wissen wollte was zwischenzeitlich passiert ist!

Die Sprache ist sehr einfach und die Sätze sind meist sehr kurz gehalten. Das Lesen war manchmal recht ermüdend, da sich einige Worte sehr oft wiederholt haben. Dadurch kam zeitweise Langeweile auf. Der Autor geht in seinem Buch sehr selten auf die Gedanken und Gefühle seiner Charaktere ein. Durch die fehlende Beschreibung des Innenlebens der Figuren, wirkten sie oft langweilig und eindimensional, was sehr schade ist, da die Charaktere ein sehr großes Potential haben und ich mir sicher bin, dass sie viel zu sagen gehabt hätten.




Das Englisch ist leicht verständlich. Nur ganz selten musste ich einmal etwas nachschlagen.



"I always thought  that everybody's parents must have a fairy-tale story too, like that was how people ended up together. Magical moments that become stories you bore your children with."
Tape,
Seite 74


"Tape" von Steven Camden ist ein Roman für Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren. Auch wenn der Klappentext einem etwas anderes verspricht, als man letztendlich bekommt, wird man gut unterhalten. Die Charaktere Ryan und Ameliah sind zwar sympathisch, wirken aber leider oft eindimensional und ein wenig langweilig, da man sehr wenig über ihr Innenleben erfährt. Als wirklich störend habe ich den Schreibstil empfunden, der mit seinen sehr kurzen und einfach gehaltenen Sätzen nicht wirklich meinen Geschmack trifft. (Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich nicht streiten! ;))
Allerdings möchte ich auch beachten, dass dies das Debutwerk des Autors ist, der sich normalerweise eher mit dem gesprochenen als mit dem geschriebenen Wort auseinander setzt.

Alles in allem hat mich "Tape" gut unterhalten. Steven Camden hatte sehr viele gute Ideen und die Geschichte hat mich vor allem am Ende wirklich gerührt. Auch wenn das Buch meiner Meinung nach, ein paar Schwächen hat, würde ich es dennoch weiterempfehlen. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.






Kommentare:

  1. Nach deiner Rezension dachte ich, dass du weniger Punkte vergeben würdest :)
    Hört sich nach einem interessanten Buch an, erinnert mich etwas an "Tote Mädchen lügen nicht", aber auch nur wegen den Kasetten. Rein inhaltlich haben die beiden Bücher wohl kaum was gemeinsam ;)
    Schöne Rezension!

    Liebe Grüße,
    Carly

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    1. Es fiel mir zugegebenermaßen sehr schwer dieses Buch zu bewerten. Die Idee und Geschichte finde ich nämlich wirklich toll und rührend, leider hat mir die Umsetzung nicht wirklich gefallen. 3,5 Sterne erschienen mir aber doch zu wenig... Daher hab ich dann doch 4 Sterne vergeben... :)

      Inhaltlich haben die beiden Bücher wirklich überhaupt nichts gemeinsam... :D

      Liebe Grüße,
      Boncuk <3

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